Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Warnstreik bei der Elring Klinger AG in Runkel

Runkel – Mit einem Warnstreik, einer Demonstration und anschließender Kundgebung haben die Beschäftigten der ElringKlinger AG am Freitag ein deutliches Zeichen für ihre Tarifforderungen gesetzt.

Warnstreik bei der Elring Klinger AG in Runkel

6. November 2026 6. November 2026


Bereits in den frühen Morgenstunden legten rund 50 Beschäftigte der Nachtschicht ihre Arbeit nieder. Am Mittag zogen die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam durch Runkel und machten ihrem Unmut über das bisherige Arbeitgeberangebot Luft. An der anschließenden Kundgebung beteiligten sich rund 100 Beschäftigte. Auch an weiteren Standorten in Baden Württemberg wurde zeitgleich die Arbeit niedergelegt.

Mit ihrer Beteiligung am letzten Tag der ersten Warnstreikwoche unterstreichen die Kolleginnen und Kollegen ihre Entschlossenheit, für einen starken Tarifabschluss einzustehen. Die Beschäftigten machten deutlich, dass sie von den Arbeitgebern in der anstehenden Verhandlungsrunde dafür endlich ein verhandlungsfähiges Angebot erwarten.

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sieht dagegen lediglich eine Einmalzahlung im Jahr 2027 und eine tabellenwirksame Erhöhung von 1,3 Prozent ab Juli 2028 vor. Angesichts des laufenden Konzernumbaus gewinnt die Forderung nach sicheren Arbeitsplätzen und langfristigen Investitionsperspektiven für ElringKlinger in Runkel zudem an Bedeutung.

Javier Pato-Otero, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Mainz-Wiesbaden, erklärte auf der Kundgebung:

„Die starke Beteiligung hier bei ElringKlinger in Runkel zeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht länger bereit sind, sich mit einem Angebot abspeisen zu lassen, das ihren Leistungen nicht gerecht wird. Wer den Beschäftigten gerade einmal 1,3 Prozent mehr Geld ab Mitte 2028 anbietet, hat die Realität in den Betrieben und an den Küchentischen nicht verstanden. Die Menschen brauchen jetzt spürbar mehr Geld und verlässliche Perspektiven für ihre Arbeitsplätze. Gerade in der Automobilzulieferindustrie entscheidet sich die Zukunft unserer industriellen Standorte. Diese Zukunft kann es nur mit den Beschäftigten geben, nicht auf ihre Kosten. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber ihre Blockadehaltung aufgeben und endlich ein ernsthaftes Angebot vorlegen.“

Auch der Betriebsrat von ElringKlinger unterstrich die Bedeutung des Warnstreiks. Volker Segler, Betriebsratsvorsitzender der Elring Klinger AG, betonte:

„Unsere Kolleginnen und Kollegen hier in Runkel leisten jeden Tag gute Arbeit und tragen mit ihrem Einsatz dazu bei, dass unser Standort leistungsfähig bleibt. Gleichzeitig erleben wir, wie groß die Herausforderungen für die Automobilzulieferindustrie geworden sind. Umso wichtiger sind faire Entgelte, sichere Arbeitsplätze und Investitionen in die Zukunft unseres Werks. Die Beschäftigten erwarten zu Recht, dass ihre Leistung anerkannt wird und sie eine verlässliche Perspektive haben. Wir Beschäftigte machen deutlich, dass wir geschlossen hinter diesen Forderungen stehen.“

Mit dem Warnstreik in Runkel endet eine intensive Woche der Arbeitsniederlegungen in der Metall- und Elektroindustrie in der Region. Bundesweit haben sich bereits Hunderttausende Beschäftigte an den Aktionen beteiligt und damit den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöht.

Die IG Metall Mainz-Wiesbaden macht klar: Sollte es in den laufenden Tarifverhandlungen keine substanzielle Bewegung geben, werden weitere Warnstreiks und eine Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen folgen. Die Botschaft der Beschäftigten bei ElringKlinger ist eindeutig: Gute Arbeit verdient gutes Geld – und eine sichere Zukunft für den Standort.